Im Herzen des Geo-Naturparks liegend, ist die Zeddenbacher Mühle am Ufer der Unstrut nicht nur eine bekannte Landmarke, sondern auch bauhistorisches Denkmal und Zeugnis regionaler Handwerksgeschichte. Die Scheunen und Wirtschaftsgebäude um die Mühle herum sind seit Jahren größtenteils ohne Nutzung und verfallen. Dennoch kann man sich beim Blick auf die vielen Ladeluken und imposanten Scheunentore die betriebsame Atmosphäre vorstellen, die dort einst geherrscht haben muss.
Den Gebäudekomplex aus dem Dornröschenschlaf zu holen und wieder mit Leben zu füllen – das ist die Idee des neuen Eigentümers. Gemeinsam mit dem Geo-Naturpark Saale-Unstrut-Triasland bestehen Überlegungen, das Gesamtensemble zu sanieren und zu einem erlebbaren Naturparkzentrum mit aktivtouristischer Infrastruktur auszubauen.
Die Idee für ein Naturparkzentrum ist nicht neu – bereits 2021 wurden im Rahmen einer Studie Gebäude- und Raumbedarfe ermittelt und Standortoptionen analysiert. Die Zeddenbacher Mühle tat sich dabei aufgrund ihrer zentralen Lage, infrastrukturellen Anbindung und dem attraktiven Umfeld besonders hervor.
Mit der seit Dezember 2024 laufenden Planungsphase des Naturschutzgroßprojekts entstehen neue Synergieeffekte: Es werden Maßnahmen entwickelt, Landschaftspflege durch Beweidung ab 2028 großflächig im gesamten Naturparkgebiet in Kooperation mit Landwirtschaftsbetrieben umzusetzen. Möglich macht dies „chance.natur – Bundesförderung Naturschutz“, bei der mit Bundes- und Landesmitteln der Erhalt von Landschaften mit national bedeutsamer Naturausstattung gefördert wird. Auch der Burgenlandkreis und Saalekreis unterstützen das Projekt.
Um diese Maßnahmen zu verstetigen, braucht es langfristig tragfähige Strukturen. Denn für die Saale-Unstrut-Region gilt: Die charakteristische Vielfalt der Arten und Lebensräume kann nur durch naturschutzorientierte Bewirtschaftung sichergestellt werden. Dafür werden Personal, Technik und Tiere benötigt – Perspektive bietet da der Aufbau eines Wirtschaftshofes.
Aktuell laufen Vorplanungen dazu, wie der Komplex rund um die Zeddenbacher Mühle künftig im Sinne eines Naturparkzentrums mit Wirtschaftshof sowie ergänzender aktivtouristischer Infrastruktur und touristischer Nutzung entwickelt werden könnte.
Dies wurde Vertreter:innen des Bau- und Umweltausschusses sowie des Wirtschaftsausschusses des Burgenlandkreises von Geschäftsführer und Vorständen des Naturparkes sowie dem Eigentümer der Liegenschaft am 11.06.2026 vorgestellt und mit allen Anwesenden diskutiert. Das Team des Naturschutzgroßprojektes stellte den aktuellen Planungsstand im Projekt dar und gab einen Ausblick auf die Umsetzungsphase. Zu Gast war zudem der parlamentarische Staatssekretär des Umweltministeriums Sachsen-Anhalt, Hr. Dr. Eichner.
Auch wenn wir für ein solches Vorhaben an der Zeddenbacher Mühle einen langen Atem brauchen, halten wir uns an das Motto: Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Die Schafe und Ziegen der Naturparkherde sind bereits in einen Gebäudeteil eingezogen und haben dort den Winter im Stall verbracht.
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