Naturpark

Im Süden von Sach­sen-Anhalt, zwi­schen Thü­rin­gen und Sach­sen, liegt der Natur­park „Saa­le-Unstrut-Trias­land“. Mit einer Flä­che von ca. 103.737 Hekt­ar erstreckt er sich über Gebie­te des Bur­gen­land­krei­ses und den süd­li­chen Saa­le­kreis. Dar­über hin­aus sind eini­ge Thü­rin­ger Gemein­den Mit­glied im Natur­park­trä­ger­ver­ein.

Zahl­reich sind die Beson­der­hei­ten, die das Gebiet an Saa­le und Unstrut aus­ma­chen. Die Natur­park­re­gi­on ist maß­geb­lich durch die Tal­ein­schnit­te der Flüs­se Saa­le, Unstrut und Els­ter geformt. Geo­lo­gisch ist sie durch den Muschel­kalk und Bunt­sand­stein des Erd­zeit­al­ters der Tri­as geprägt. Die hie­si­gen Dör­fer und Klein­städ­te gehen auf eine Jahr­tau­sen­de alte Sied­lungs­tä­tig­keit der Men­schen zurück, wel­che das Land­schafts­bild bis heu­te aus­macht.

Hier fügen sich Land­schaft, Kul­tur und Geschich­te zu einem ein­zig­ar­ti­gen Erschei­nungs­bild zusam­men. Wäl­der, Fluss­au­en, Tro­cken­ra­sen mit Orchi­deen, Wein­ber­ge, Streu­obst­wie­sen, Bur­gen, Schlös­ser, Klös­ter, sym­pa­thi­sche Klein­städ­te und beschau­li­che Dör­fer – für jeden bie­tet der Natur­park Inter­es­san­tes zu erkun­den und zu erle­ben. Dafür steht ein aus­ge­bau­tes Wan­der- und Fahr­rad­we­ge­netz zur Ver­fü­gung. Freun­de des Was­ser­wan­derns kön­nen auf Unstrut, Saa­le und Wei­ßer Els­ter auf Ent­de­ckungs­tour gehen. Erforscht die Schön­hei­ten unse­res Natur­parks – wir laden euch herz­lich ein.

Schutzkategorien

des geo-naturparks

Viel­fäl­tig und wert­voll sind die ver­schie­de­nen Lebens­räu­me des Geo-Natur­parks. Über 50 % sei­ner der­zeit rund 100.000 Hekt­ar umfas­sen­den Flä­che ver­fü­gen über einen Schutz­sta­tus. Es gibt Land­schafts- und Natur­schutz­ge­bie­teVogel­schutz­ge­bie­te sowie FFH-Gebie­te zum Schutz von Fau­na, Flo­ra und Habi­tat (Habi­tat: Lebens­raum einer Pflan­ze oder eines Tie­res). Sie alle beher­ber­gen unbe­zahl­ba­re Natur­schät­ze und bewah­ren sie für die Men­schen in der Regi­on und ihre Besu­cher.

Wei­ter­hin sind hier zahl­rei­che ein­zig­ar­ti­ge Geo­to­pe, Natur­denk­mä­ler, Bio­to­pe sowie Boden‑, Bau- und Flä­chen­denk­mä­ler zu fin­den.

Eine wich­ti­ge Säu­le der Natur­park­ar­beit ist es, Maß­nah­men und Pro­jek­te zum Erhalt die­ser Lebens­räu­me und der dort leben­den Arten zu ent­wi­ckeln und umzu­set­zen.

Naturpark

Ein Natur­park ist die Modell­re­gi­on für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung. Er unter­stützt die Regi­on und ihre Bevöl­ke­rung dar­in, ihre Zukunft aktiv zu gestal­ten und ihre Lebens­grund­la­gen zu bewah­ren. Er dient in glei­chem Maße den Inter­es­sen der Men­schen und dem Schutz der Natur.

Der Natur­park leis­tet mit sei­ner gesam­ten am Gemein­wohl ori­en­tier­ten Arbeit in den vier Auf­ga­ben­säu­len „Schutz“, „Erho­lung“, „Bil­dung“ und „Ent­wick­lung“ wich­ti­ge Bei­trä­ge für eine nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung und die Stär­kung länd­li­cher Räu­me, für den Erhalt der bio­lo­gi­schen Viel­falt sowie für den Kli­ma­schutz. Gleich­zei­tig schafft der Natur­park die Grund­la­ge, dass künf­ti­ge Gene­ra­tio­nen sich mit ihrer Hei­mat­re­gi­on iden­ti­fi­zie­ren und sie ver­ant­wort­lich und nach­hal­tig gestal­ten.

Landschafts-
schutzgebiete

Land­schafts­schutz­ge­bie­te wer­den zum Schutz des Land­schafts­bil­des ein­ge­rich­tet und sind mit gerin­gen Auf­la­gen, bei­spiels­wei­se für die Land- oder Forst­wirt­schaft, ver­bun­den. Acht davon sind mit einer Flä­che von ins­ge­samt 54.302 ha im Natur­park aus­ge­wie­sen.

Naturschutzgebiete

In Natur­schutz­ge­bie­ten wer­den Lebens­räu­me wegen ihrer Sel­ten­heit, Eigen­art oder Schön­heit geschützt. Die Natur steht hier im Mit­tel­punkt und darf nicht gestört oder geschä­digt wer­den. Im Geo-Natur­park gibt es 18 Natur­schutz­ge­bie­te mit einer Flä­che von ins­ge­samt 3,73 ha.

FFH-Gebiete & Vogelschutzgebiete

43 FFH-Gebie­te und zwei Vogel­schutz­ge­bie­te sind mit einer Flä­che von ca. 1.000 km2 im Geo-Natur­park aus­ge­wie­sen. Sie gehö­ren zum euro­päi­schen Schutz­ge­biets­netz­werk Natu­ra 2000. Die­ses hat zum Ziel, die bio­lo­gi­sche Viel­falt, sel­te­ne Lebens­räu­me und gefähr­de­te Arten über Län­der­gren­zen hin­weg zu schüt­zen, zu ent­wi­ckeln und wie­der­her­zu­stel­len.

Geopark

Die geologische Entstehung des
Saale-Unstrut-Triasland

Kon­ti­nen­te wan­dern, Ber­ge ent­ste­hen und wer­den abge­tra­gen. Es bil­den sich Gestei­ne, die die Land­schaft prä­gen, so auch an Saa­le und Unstrut. Ohne die­se gäbe es hier kei­ne Orchi­deen, kei­nen, Wein­bau, nicht die fas­zi­nie­ren­den Bur­gen, Schlös­ser oder Kir­chen.

Die Land­schaft ver­dankt einen ganz wesent­li­chen Teil ihres eige­nen Cha­rak­ters den Gestei­nen der Tri­as-Epo­che. Gestei­ne die­ses Erd­zeit­al­ters las­sen sich in zahl­rei­chen Auf­schlüs­sen wie ein Stück Bil­der­buch der Erd­ge­schich­te stu­die­ren, und man­ches Fos­sil erzählt von den über 200 Mil­lio­nen Jah­re alten, ehe­ma­li­gen Bewoh­nern der Regi­on.

Vom Bunt­sand­stein des Zie­gel­ro­daer Fors­tes vor­bei am Gips bei Glo­ckens Eck bis zum Frey­bur­ger Muschel­kalk reist man durch sechs Mil­lio­nen Jah­re, von der Wüs­te an die Küs­te zum Meer. Bunt­sand­stein und Muschel­kalk gehö­ren zur Zeit der Tri­as (vor 250–200 Mio. Jah­ren) wie auch der bereits abge­tra­ge­ne Keu­per. Dar­über lagern Res­te sub­tro­pi­scher Traum­strän­de und Sümp­fe aus dem Ter­ti­är. Ver­stei­nert in die­sen 45 Mil­lio­nen Jah­ren alten Braun­koh­le­flö­zen des Gei­sel­ta­les fand man ältes­te Pfer­de­ver­wand­te. In den fol­gen­den Jahr­mil­lio­nen bil­de­te sich durch Ero­si­on und Ver­wit­te­rung eine ebe­ne Hoch­flä­che. Das heu­ti­ge Land­schafts­bild ent­stand, als sich in den letz­ten 500.000 Jah­ren unse­re Flüs­se ein­schnit­ten.

„Geo“ als Themenschwerpunkt innerhalb des Naturparks

All­ge­gen­wär­tig sicht­ba­res Gestein lässt im Trias­land die Tren­nung zwi­schen beleb­ter und unbe­leb­ter Natur ver­schwim­men. Es dient als Bau­ma­te­ri­al der vie­len his­to­ri­schen Gemäu­er und bil­det die Grund­la­ge vie­ler natur­räum­li­cher Beson­der­hei­ten. Geo-Pfa­de, wie z.B in Zschei­plitz oder Bad Kösen, brin­gen den Besu­chen­den die geo­lo­gi­schen Beson­der­hei­ten näher. Ein Geo­park Trias­land wur­de 2006 defi­niert und in Gren­zen über das Natur­park­ge­biet hin­aus gefasst. Natur- und Geo­park ent­wi­ckel­ten sich sepa­rat wei­ter und waren doch nicht zu tren­nen. In die­ser Kon­se­quenz kam 2012 im vor­aus­schau­en­den Modell »Geo-Natur­park« wie­der zusam­men, was zusam­men­ge­hört.

Foto: Lutz Döring

Naturparke Sachsen-Anhalt

Überblick

Neben dem Natur­park „Saa­le-Unstrut-Trias­land“ gibt es in Sach­sen-Anhalt fünf wei­te­re Natur­par­ke. Sie neh­men fast 25 % der Lan­des­flä­che ein und bestehen über­wie­gend aus Natur- und Land­schafts­schutz­ge­bie­ten. Die­se groß­flä­chi­gen Schutz­ge­bie­te laden auf­grund ihrer Ein­zig­ar­ti­ge­keit und land­schaft­li­chen Schön­heit zum Erho­len ein.

Trä­ger der sechs Natur­par­ke in Sach­sen-Anhalt sind Ver­ei­ne.

Natur­par­ke sind Groß­schutz­ge­bie­te. Gemäß § 27 des Bun­des­na­tur­schutz­ge­set­zes (BNatSchG) erstre­cken sich Natur­par­ke groß­räu­mi­gen über Schutz­ge­bie­te (Landschafts‑, Naturschutz‑, Fau­na-Flo­ra-Habi­tat Gebie­te).

Sie die­nen dem Schutz, der Pfle­ge und der Ent­wick­lung von Kul­tur­land­schaf­ten, för­dern nach­hal­ti­gen Tou­ris­mus sowie umwelt­ver­träg­li­che Regio­nal­ent­wick­lung. Im Gegen­satz zu Natio­nal­parks ermög­li­chen sie eine Nut­zung im Ein­klang mit der Natur. 

Wich­ti­ge Merk­ma­le und Zie­le von Natur­par­ken:

  • Defi­ni­ti­on: Groß­flä­chi­ge, arten­rei­che Kul­tur­land­schaf­ten, die sich beson­ders für die Erho­lung eig­nen.
  • Rechts­grund­la­ge: § 27 BNatSchG.
  • Bestand­tei­le: Über­wie­gend Land­schafts­schutz- oder Natur­schutz­ge­bie­te, FFH-Gebie­te (über 50 % der Flä­che).
  • Zie­le: Schutz der Arten- und Bio­top­viel­falt, För­de­rung nach­hal­ti­ger Land­nut­zung .
  • Hand­lungs­fel­der: Natur­schutz, Erholung/nachhaltiger Tou­ris­mus, Bil­dung für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung und Regio­nal­ent­wick­lung.
  • Sta­tis­tik: Es gibt 104 Natur­par­ke in Deutsch­land, die ca. 30 % der Lan­des­flä­che bede­cken. 

 

Natur­par­ke zäh­len zusam­men mit Natio­nal­par­ken und Bio­sphä­ren­re­ser­va­ten zu den „Nationale[n] Natur­land­schaf­ten“. Wäh­rend in Natio­nal­par­ken der Schutz der Natur vor­ran­gig ist, ste­hen Natur­par­ke für eine nach­hal­ti­ge Nut­zung und Ent­wick­lung, die den Men­schen in die Land­schaft ein­be­zieht. 

https://www.bfn.de/naturparke

Naturpark „Dübener Heide“

Naturpark „Fläming“

Naturpark „Harz“ & „Harz-Mansfelder Land“

Naturpark „Saale-Unstrut-Triasland“

Naturpark „Unteres Saaletal“

Naturpark-Botschafter

Überblick

Unse­re Natur­park-Bot­schaf­ter sind Per­sön­lich­kei­ten, die mit ihrem Enga­ge­ment für die Regi­on den Geo-Natur­park unter­stüt­zen. Mit einem State­ment und ihrem Lieb­lings­ort im Natur­park stel­len Sie sich vor und brin­gen öffent­lich zum Aus­druck, war­um sie ihren Natur­park unter­stüt­zen.

Dieter Stier

Mitglied des Deutschen Bundestages (CDU/CSU)

State­ment zum Natur­park
Der Geo-Natur­park „Saa­le-Unstrut-Trias­land“ hat nicht nur eine gro­ße Bedeu­tung für den Natur­schutz, son­dern trägt auch dazu bei, den Bezug den Men­schen zu ihrer Hei­mat zu inten­si­vie­ren. Wie eng unse­re Kul­tur mit der ein­zig­ar­ti­gen Natur, ins­be­son­de­re der beson­de­ren Geo­lo­gie ver­bun­den ist, zeigt sich erkenn­bar dar­an, dass die Gestei­ne aus dem Zeit­al­ter der Tri­as wich­ti­ge Bau­ma­te­ria­li­en der his­to­ri­schen Bau­wer­ke der Regi­on sind (z.B. Naum­bur­ger Dom).

Lieb­lings­ort im Natur­park
Der Geo-Natur­park „Saa­le-Unstrut-Trias­land“ umfasst so vie­le außer­ge­wöhn­li­che Orte der Natur und Kul­tur­bau­ten, dass man sich nur schwer­lich auf einen Lieb­lings­ort fest­le­gen kann. Mit dem Natur­park ver­bin­det man die weit über die Regi­on bekann­te Him­mels­schei­be von Nebra und den Naum­bur­ger Dom. Aber auch die Wein­ber­ge und eine Viel­zahl von Bur­gen, Schlös­sern und Klös­tern bie­ten reich­li­che Gele­gen­hei­ten für schö­ne Wan­de­run­gen in der außer­ge­wöhn­li­chen Natur des Natur­parks Saa­le-Unstrut-Trias­land.

Sebastian Striegel

Mitglied des Landtages Sachsen-Anhalt (Bündnis 90 / Die Grünen)

State­ment zum Natur­park
Der Geo-Natur­park „Saa­le-Unstrut-Trias­land“ begeis­tert mich. Er ist reich an sel­te­ner Flo­ra und Fau­na und zeich­net sich durch ein viel­fäl­ti­ges Land­schafts­bild aus, hier ist für jeden was dabei: Wäl­der, Flüs­se, Auen, Orchi­deen, Fel­der und Wein­ber­ge prä­gen die Land­schaft. Nicht umsonst wird die Regi­on auch als „Tos­ka­na des Nor­dens“ bezeich­net. Vor den Toren mei­ner Hei­mat­stadt Mer­se­burg lie­gend, erin­ne­re ich vie­le fröh­li­che Aus­flü­ge mit mei­ner Fami­lie und Freund*innen zu Zie­len im Natur­park. Und gern bin ich auch heu­te dort unter­wegs. Denn hier gibt es jede Men­ge zu ent­de­cken. Zudem fin­de ich in die­ser wun­der­schö­nen Kul­tur­land­schaft Ruhe und inne­ren Frie­den. Ich bin Natur­park-Bot­schaf­ter aus vol­ler Über­zeu­gung, denn im Natur­park wird eine her­vor­ra­gen­de Arbeit für den Arten- und Umwelt­schutz geleis­tet.

Lieb­lings­ort im Natur­park
Mein Lieb­lings­ort im Natur­park ist der Blick über das Unstrut­tal bei Bad Bibra. Ein herr­li­cher Aus­blick und eine tol­le Wan­der­rou­te, auf der ich selbst oft unter­wegs bin. Hier lässt es sich gut abschal­ten und hier zeigt sich auch, dass das Gute oft so nah liegt!

Ehemalige Botschafter des Geo-Naturparks

Mar­tin Bert­ling
Bür­ger­meis­ter von 1990 bis 2008 der Stadt Freyburg/ U.

Dr. Rose­ma­rie Säu­ber­lich
Grün­de­rin, 1. Vor­sit­zen­de (1991–1995) und Geschäfts­füh­re­rin (1995–2000) des Natur­park­ver­eins.

Rudolf Wend­ling †
Mit­glied Natur­schutz­bund und im Fach­bei­rat des Geo-Natur­par­kes „Saa­le-Unstrut-Trias­land“ e.V.