Lichtfang — nach Einbruch der Dunkelheit erwacht eine Welt, die wir so nicht zu Gesicht bekommen…

Der Groß­teil aller hei­mi­schen Fal­ter sind däm­me­rungs- und nacht­ak­tiv. Um die­se eher unbe­kann­te, aber nicht min­der ein­drucks­vol­le Mehr­heit bes­ser ken­nen zu ler­nen, durf­ten wir Frei­tag­nacht im drit­ten Jahr in Fol­ge zum Licht­fang laden. Die Bedin­gun­gen waren gut und wir wur­den an den auf­ge­stell­ten Lam­pen rege begrüßt. Mehr als 25 Arten wur­den vom Licht ange­lockt, dabei waren unter ande­rem Haus­mut­tern (Noc­tua pro­nu­ba), Obe­lis­ken-Erd­eu­len (Eux­oa obe­lis­ca), Tro­cken­ra­sen-Stein­span­ner (Cha­ris­sa obscu­ra­ta), Ocker­gel­be Eschen­eu­len (Ateth­mia cen­tra­go) und Amp­fer-Span­ner (Timan­dra comae). Die Anwe­sen­heit eini­ger Span­ner gab uns Aus­kunft über den umge­ben­den Natur­raum: Wäh­rend eini­ge Fal­ter Gene­ra­lis­ten sind, also eine gro­ße Band­brei­te an Nah­rungs­pflan­zen anneh­men, sind vie­le von ihnen auf spe­zi­el­le Pflan­zen ange­wie­sen. Die­se sind dann weni­ger für die aus­ge­wach­se­nen Tie­re als viel mehr für die Rau­pen inter­es­sant. Wenn die­se so genann­ten „Rau­pen­fut­ter­pflan­zen“ nicht vor­kom­men, dann wird auch der Fal­ter nicht zu fin­den sein.

Hier setzt das Pro­jekt Insek­tA (Inte­gra­ti­ver Insek­ten­schutz – Akti­ons­netz­werk Mit­tel­deutsch­land) des Geo-Natur­parks „Saa­le-Unstrut-Trias­land“ e.V. an. Das Pro­jekt möch­te Flä­chen im land­wirt­schaft­li­chen und Sied­lungs­raum insek­ten­freund­lich gestal­ten und so Lebens­räu­me erschaf­fen, die die Insek­ten­viel­falt för­dern. Hier­zu gehört vor allem das Aus­brin­gen ein­hei­mi­scher Pflan­zen, die dann den Rau­pen der Fal­ter als Fut­ter die­nen kön­nen, eben­so wie die Ver­rin­ge­rung der Mahdhäu­fig­keit oder das Anle­gen von Brut­stät­ten für boden­nis­ten­de Insek­ten (Sand­a­ri­en, Roh­bo­den­stel­len).  Insek­ten sind die arten­reichs­te Tier­grup­pe und essen­zi­el­le Bestand­tei­le ihrer Umwelt. Nichts­des­to­trotz ist die Anzahl der Arten und der Indi­vi­du­en seit 1989 um erschre­cken­de 75% zurück gegan­gen. Grün­de hier­für sind unter ande­rem Pes­ti­zid­ein­satz, inten­si­ve Land­wirt­schaft, der Kli­ma­wan­del, Licht­ver­schmut­zung und Lebens­raum­ver­lust. Die Fol­gen für Natur und Mensch sind schwer­wie­gend, da Insek­ten wich­ti­ge Funk­tio­nen als Bestäu­ber, Nah­rungs­grund­la­ge zahl­lo­ser ande­rer Arten, aber auch für Boden­frucht­bar­keit und die Sta­bi­li­tät des Öko­sys­tems ins­ge­samt über­neh­men.

Ger­ne infor­miert das Pro­jekt inter­es­sier­te Kom­mu­nen, Land­wirt­schafts­be­trie­be und Pri­vat­per­so­nen über Mög­lich­kei­ten des inte­grier­ten Insek­ten­schut­zes. Wir dan­ken, neben den neu­gie­ri­gen Teil­neh­men­den unse­res Licht­fangs, vor allem Mat­thi­as Tha­te, der uns als Ento­mo­lo­ge der Ento­mo­lo­gen-Ver­ei­ni­gung Sach­sen-Anhalt mit sei­ner Exper­ti­se zur Sei­te stand und ohne den die Ver­an­stal­tung nicht mög­lich gewe­sen wäre.

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