Den Ziegen auf der Spur – Projektbereisung der Fördermittelgeber des Naturschutzgroßprojektes „Trockenhänge an Saale und Unstrut“

Den Ziegen auf der Spur – Projektbereisung der Fördermittelgeber des Naturschutzgroßprojektes „Trockenhänge an Saale und Unstrut“

 

Wann: 17. Juni 2026, 12:00 – 14:00 Uhr

Wo:      06632 Frey­burg (Unstrut)

Teil­neh­men­de:   Par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tä­rin B. Hage­dorn des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Umwelt, Kli­ma­schutz, Natur­schutz und nuklea­re Sicher­heit

Par­la­men­ta­ri­scher Staats­se­kre­tär Dr. S. Eich­ner des Minis­te­ri­ums für Wis­sen­schaft, Ener­gie, Kli­ma­schutz und Umwelt des Lan­des Sach­sen-Anhalt

Bur­gen­land­kreis

Saa­le­kreis

Geo-Natur­park Saa­le-Unstrut-Trias­land e.V.

Kul­tur­land­schaft braucht Pfle­ge – Gemein­sam für die Zukunft unse­rer Tro­cken­hän­ge.

Die ein­zig­ar­ti­ge Kul­tur­land­schaft ent­lang von Saa­le und Unstrut ist ein Natur­er­be von natio­na­ler Bedeu­tung. Damit ihre außer­ge­wöhn­li­che Arten­viel­falt auch für kom­men­de Gene­ra­tio­nen erhal­ten bleibt, braucht sie akti­ve Pfle­ge. Genau hier setzt das Natur­schutz­groß­pro­jekt im Rah­men des För­der­pro­gramms „chance.natur – Bun­des­för­de­rung Natur­schutz“ an.

Mit dem Pro­gramm unter­stützt der Bund Gebie­te, die für den Natur­schutz in Deutsch­land von her­aus­ra­gen­der Bedeu­tung sind und bei­spiel­haft für beson­ders wert­vol­le Lebens­räu­me ste­hen. In den ver­gan­ge­nen vier Jahr­zehn­ten wur­den bun­des­weit 93 Pro­jek­te umge­setzt. Das Natur­schutz­groß­pro­jekt an den Tro­cken­hän­gen von Saa­le und Unstrut zählt zu den der­zeit 19 geför­der­ten Vor­ha­ben.

Zur Halb­zeit der ers­ten Pro­jekt­pha­se infor­mier­ten sich Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der För­der­mit­tel­ge­ber bei einer Vor-Ort-Bege­hung auf dem Haine­berg bei Frey­burg über den aktu­el­len Stand der Pla­nung. Bei einem gemein­sa­men Rund­gang durch die Bewei­dungs­ku­lis­se wur­den bereits sicht­ba­re Erfol­ge gezeigt und die nächs­ten Schrit­te vor­ge­stellt.

Der­zeit wird in Pro­jekt­pha­se I für die mehr als 3.900 Hekt­ar gro­ße Gebiets­ku­lis­se ein umfas­sen­der Pfle­ge- und Ent­wick­lungs­plan erar­bei­tet. Par­al­lel dazu wer­den wich­ti­ge Vor­aus­set­zun­gen für die spä­te­re Maß­nah­men­um­set­zung geschaf­fen. Unter dem Leit­mo­tiv „Kul­tur­land­schaft braucht Pfle­ge“ sol­len in einer sich anschlie­ßen­den zwei­ten Pro­jekt­pha­se durch Ent­bu­schungs­maß­nah­men, Wei­de­ein­rich­tun­gen und wei­te­re Erst­ein­rich­tungs­maß­nah­men die Grund­la­gen für eine dau­er­haf­te Pfle­ge durch exten­si­ve Bewei­dung geschaf­fen wer­den.

Zwi­schen Wein­ber­gen und Wäl­dern erstreckt sich ent­lang der Unstrut­hän­ge ein fas­zi­nie­ren­des Mosa­ik arten­rei­cher Tro­cken­le­bens­räu­me. Über Jahr­hun­der­te wur­den die­se Flä­chen exten­siv genutzt und dadurch offen­ge­hal­ten. Heu­te brei­ten sich jedoch Gebü­sche und Gehöl­ze zuneh­mend aus. Ohne regel­mä­ßi­ge Pfle­ge wach­sen wert­vol­le Offen­land­flä­chen in kur­zer Zeit zu – und mit ihnen ver­schwin­den Lebens­räu­me für zahl­rei­che sel­te­ne und hoch spe­zia­li­sier­te Tier- und Pflan­zen­ar­ten. Der Erhalt die­ser bio­lo­gi­schen Viel­falt gelingt nur durch ange­pass­te und nach­hal­ti­ge Nut­zungs­for­men.

Wie erfolg­reich dies sein kann, zeigt das Bei­spiel des Haine­bergs bei Frey­burg. Wo Scha­fe und Zie­gen wie­der für Offen­heit in der Land­schaft sor­gen, keh­ren cha­rak­te­ris­ti­sche Pflan­zen­ar­ten zurück. Orchi­deen und die Graue Ska­bio­se pro­fi­tie­ren sicht­bar von der Bewei­dung, wäh­rend in den unge­nutz­ten Hang­be­rei­chen Weiß­dorn, Schle­he und Schwarz­kie­fer zuneh­mend die Ober­hand gewin­nen.

Die Exkur­si­on mach­te ein­drucks­voll deut­lich: Natur­schutz ist nicht nur eine Inves­ti­ti­on in die Arten­viel­falt. Er stärkt zugleich die regio­na­le Ent­wick­lung, bewahrt das cha­rak­te­ris­ti­sche Land­schafts­bild der Regi­on und erhöht den Wert der Land­schaft für Erho­lungs­su­chen­de. Die posi­ti­ve Ent­wick­lung am Haine­berg zeigt, wie durch geziel­te Pfle­ge aus Natur­schutz­pro­jek­ten leben­di­ge Zukunfts­per­spek­ti­ven für Mensch und Natur ent­ste­hen kön­nen.

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