Ebenso bunt und vielfältig wie unser Naturraum ist unsere tägliche Arbeit. Wir schützen, bilden, erholen und entwickeln. Diese vier Säulen der Naturparkarbeit werden im „Wartburger Programm“ beschrieben. Sie stehen gleichwertig nebeneinander und gehen zumeist fließend ineinander über.
Der Schutz von Natur und Landschaft hat für uns Priorität. Unser Ziel ist es, die Landschaft dauerhaft zu erhalten und ihre Schönheit und Vielfalt zu bewahren.
Das können wir erreichen durch:
Dank einer enormen Vielfalt an Standorten – von sonnigen Felsfluren und Trockenrasen bis hin zu schattigen Wäldern und feuchten Auen – bietet der Naturpark ideale Bedingungen für eine extrem reiche Flora und Fauna. Die geologische und klimatische Abwechslung führt dazu, dass beeindruckende 75 Prozent aller Pflanzenarten Sachsen-Anhalts hier heimisch sind. Zudem belegen rund 200 nachgewiesene Vogelarten die hohe ökologische Bedeutung dieses strukturreichen Gebiets.
Das besondere Mikroklima im Regenschatten des Harzes – geprägt durch geringe Niederschläge und hohe Sonnendauer – begünstigt seltene, wärmeliebende Arten, die sonst eher im Mittelmeerraum heimisch sind. Durch die historische Nutzung als Weideland entstanden wertvolle Trockenrasen, die Lebensraum für seltene Orchideen und Insekten bieten.
Um diese Artenvielfalt zu erhalten, ist eine aktive Pflege notwendig: Ohne die Beweidung durch Schafe und Ziegen würden die offenen Flächen verbuschen und bewalden, wodurch die spezialisierten Sonnenanbeter ihren Lebensraum verlören.
Eine wichtige Säule der Arbeit des Geo-Naturparkes ist die Bildung für nachhaltige Entwicklung, kurz BNE.
Unser thematischer Schwerpunkt liegt auf dem Schutz der hiesigen Arten, der Landschaftspflege sowie der Geologie und der Entstehung der Kulturlandschaft. Dabei ist es für uns ein zentrales Anliegen, die heimische Natur mit ihren Arten zu entdecken und Wertschätzung dafür zu vermitteln.
Um das zu erreichen, stellen wir ein interaktives, erfahrungs- und bewegungsorientiertes Programm auf. Dabei verstehen wir den Naturpark als einen Lernort und versuchen bei der Umsetzung, die Verbindung zum Alltag und Leben der Lernenden herzustellen.
In der Konzeptualisierung orientieren wir uns an den Zielen und Leitlinien der BNE.
Seit der 2015 verabschiedeten „Agenda 2030“ ist die BNE in den UN-Nachhaltigkeitszielen ein wichtiger Bestandteil. Durch ihre Festschreibung im „Wartburger Programm“ ist sie fest in der Arbeit der Naturparke verankert.
Hier bilden das Erkennen und das Verstehen von globalen Zusammenhängen die Grundlage, um zukunftsfähig handeln zu können. Durch vernetztes Denken werden die Themenfelder Ökologie, Ökonomie und Sozial-Kulturelles zusammengebracht. Denn nur dadurch können nachhaltige und verantwortungsvolle Entscheidungen getroffen werden:
Wie beeinflussen meine Entscheidungen Menschen nachfolgender Generationen in meiner Kommune oder anderorts? Was hat unser Handeln mit dem Rest der Welt zu tun?
Neben dem Verständnis der Zusammenhänge und der Abschätzung der Auswirkungen des eigenen Handelns geht es vor allem auch darum, die Menschen zur Übernahme von Verantwortung und schließlich zum Handeln sowie Mitgestalten der eigenen Lebenswelt zu ermutigen.
Als Naturpark bieten wir ein vielfältiges Programm für Kinder und Jugendliche an:
Auch in der Erwachsenenbildung sind wir aktiv. Daher führen wir regelmäßig Veranstaltungen wie Exkursionen oder Vorträge durch. Thematisiert werden u.a. geologische und floristische Besonderheiten des Gebietes.
Schreibt einfach eine Mail:
bne@naturpark-saale-unstrut.de
oder ruft unter: 034461/22086 an.
Für Gruppen und Schulklassen stellen wir auch gerne ein individuell gestaltetes Programm zusammen.
Per Rad, Boot oder zu Fuß bietet sich Möglichkeit die Gegend kennenzulernen und sich ihre Themenvielfalt zu erschließen. Das geht ganz individuell oder anhand eines der vielen Angebote in der Region. Auf engem Raum finden sich hier einzigartiges Naturerleben, eine vielfältige Kulturlandschaft, Erdgeschichte zum Anfassen und bemerkenswerte Bauten unserer Vorfahren. Tourismus im Geo-Naturpark bedeutet vor allem Orte zum Staunen, Genießen, Durchatmen und Erholen.
Bildung. Kultur. Regionale Wertschöpfung. Sanfte touristische Erschließung des Naturraums. Ressourcenschonung. Klimaschutz.
Viele wichtige Worte stehen für viele wichtige Ziele und noch mehr für wichtige Aufgaben. Wir unterstützen den Tourismus, so dass Besucher unsere Region bewusst, intensiv und ursprünglich erleben können. Ziel ist vor allem eine intelligente und qualitative Besucherlenkung. Schaut euch dazu auch unseren Bereich „Aktiv unterwegs“ weiter unter auf dieser Seite an.
Die 3.600 Jahre alte Himmelsscheibe von Nebra ist das älteste Dokument konkreter Himmelserscheinungen weltweit und gehört zum UNESCO-Dokumentenerbe. 1999 entdeckt, belegt sie das beeindruckende astronomische Wissen der Bronzezeit. Heute ist sie im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle zu sehen. Zusammen mit weiteren Stationen der Tourismusroute „Himmelswege“ vermittelt sie faszinierende Einblicke in das Leben und den Zeitrhythmus unserer Vorfahren.
Foto: Lutz Döring
Die Region ist geprägt von einer hohen Dichte an mittelalterlichen Bauwerken wie dem Naumburger Dom, der Burg Querfurt und der Neuenburg. Sie erzählen von der Macht bedeutender Adelsgeschlechter (wie der Ludowinger und Ekkehardiner) und dem Einfluss der Kirche. Von kaiserlichen Klöstern wie Memleben bis hin zu technischen Meisterleistungen im Wasserbau und Weinbau durch die Zisterzienser bleibt die Geschichte der Region in ihrer Architektur lebendig.
Foto: Lutz Döring
Das Weinbaugebiet an Saale und Unstrut ist mit über 1.000 Jahren Tradition das nördlichste Qualitätsweinanbaugebiet Deutschlands. Begünstigt durch ein mildes Mikroklima wachsen auf rund 850 Hektar über 60 Rebsorten. Der Weinbau prägt nicht nur die Wirtschaft und Lebensart, sondern schuf durch terrassierte Weinberge (z. B. am Freyburger Schweigenberg) und historische Weinbergshäuschen auch eine einzigartige Kulturlandschaft und wertvolle Ökosysteme.
Foto: Lutz Döring
Als Naturpark sind wir gefordert: als Partner der Gemeinden, als Ideengeber für ein gemeinsames Leitbild zum Aufbau einer Gesamtmarke sowie als Unterstützer bei der regionalen Wertschöpfung.
Das können wir erreichen durch:
Seit Juli 2018 gehört der Naumburger Dom zum UNESCO-Weltkulturerbe. Er gilt als Meisterwerk des europäischen Hochmittelalters, wobei vor allem das Ensemble der zwölf Stifterfiguren – allen voran die weltberühmte Uta – von unschätzbarem künstlerischem Wert ist.
Der Dom bildet das Herzstück einer außergewöhnlichen Kulturlandschaft an Saale und Unstrut. Mit über 3.000 erhaltenen Zeugnissen weist die Region eine weltweit einzigartige Dichte an authentischen mittelalterlichen Monumenten und Landschaftselementen auf.
Foto: Lutz Döring
LEADER/CLLD ist eine Gemeinschaftsinitiative der Europäischen Kommission für einen neuen Ansatz zur Entwicklung ländlicher Räume und fördert integrierte Ansätze nach dem Bottom-up- Prinzip, die von aktiv tätigen lokalen Partnerschaften erarbeitet und umgesetzt werden. Es ermöglicht den Menschen vor Ort regionale Prozesse aktiv mitzugestalten, Strukturschwächen zu mildern und den Alltag attraktiver zu machen.