Geopfad Zscheiplitz

Kirche Zscheiplitz

Ausgangspunkt und Zielort: Parkplatz am Weingut Pawis in Zscheiplitz oder Parkplatz Mühle Zeddenbach
Weglänge: ca. 3 km
Wegzeit: etwa 2 - 3 Stunden
Schwierigkeitsgrad: Mittel, Aufstieg (100 Höhenmeter) von der Zeddenbacher Mühle an der Unstrut und enge Pfade im Steinbruchareal.
Markierung: Weißes G auf grünem Grund oder weißer Geopfad auf grünem Grund
Parken: Parkplatz am Weingut Pawis in Zscheiplitz oder Parkmöglichkeiten vor der Zeddenbacher Mühle in Freyburg

Einleitung

Ein etwa drei Kilometer langer Rundwanderweg in und um Zscheiplitz führt 250 Millionen Jahre zurück in die erdgeschichtliche Vergangenheit. Der geologische Lehrpfad erstreckt sich oberhalb des Unstruttales und wird vom Unstrutradweg unmittelbar tangiert. Entlang des Lehrpfades informieren 11 Lehrtafeln über die geologischen Besonderheiten. Bei Zscheiplitz erreichen die Vorkommen des Unteren Muschelkalks (Ablagerungen eines Randmeeres der Trias) eine Mächtigkeit von 100 Metern. Vor allem Schaumkalk ist reich an Fossilien. Bis in die 1960er Jahre wurde das Gestein in diesem Bereich abgebaut. Von der früheren Steinbruchtätigkeit zeugt die Profilierung der Landschaft mit steilen Felswänden, die heute als "Sichtfenster" Einblick in die Erdgeschichte geben. Weiteres Zeugnis der Kalksteingewinnung und Verarbeitung ist die Grundmauer eines Kalkbrennofens. Besuchergruppen können von Gästeführern des Geo- Naturparks auf Wunsch geführt werden (tel. Voranmeldung notwendig).

Wegführung

Wandern ab der Zeddenbacher Mühle
Die Mühle ist eine der letzten noch produzierenden Wassermühlen und auf jeden Fall einen kleinen Abstecher wert. Im Verkaufslädchen werden regionale und hauseigene Produkte angeboten. Mühlenführungen sind möglich. Die gemütliche Gaststätte "Zur Feiße", lädt zum Verweilen ein. Frisch gestärkt kann somit die Tour gestartet werden.
Um zum Einstieg zu gelangen, führt die Tour zuerst auf der Straße Mühle Zeddenbach entlang. An der Kreuzung wird nach links auf die Straße "Schweigenberge" abgebogen. Nach ca. 50m ist der Wanderer am Einstieg angekommen. Über einen geschotterten Weg steigt man nach Zscheiplitz auf (ca. 100 Höhenmeter). Dem Wegverlauf folgend, kommt der Wanderer am Parkplatz neben dem Weingut Pawis an. Hier befinden sich die Lehrtafeln "Schaufenster in ein Meer des Erdmittelalters" und "Zscheiplitzer Talung". Die erste Etappe ist erreicht.

Wandern ab dem Weingut Pawis
Am Weingut Pawis befindet sich ein Parkplatz (Feuerwehrdepot). Von dort führt die Dorfstraße nach Norden in Richtung Weischütz. Dieser wird gefolgt und nach 50m gequert. Gegenüber steigt man in den Feldweg ein, der parallel zur Waldkante nach Westen führt. (Achtung! die Beschilderung ist leicht zu übersehen). Nach kurzer Strecke biegt der Pfad rechtwinklig nach Süden in den Wald ein und man begibt sich in den ehemaligen Kalksteintagebau. Auf beiden Seiten befinden sich Abraumhalden. Das Terrain ist mit Bäumen und Sträuchern bewachsen. Nach ca. 300m lichtet sich der Wegeverlauf und führt in den größeren Abbaubereich. Nun geht es zwischen zwei Abraumhalden und in südliche Richtung weiter. Bald hat der Wanderer einen sehr schönen Blick auf das anstehende Gestein. Dem geologischen Wanderpfad in südwestliche Richtung folgend, befindet sich nach ca. 150m auf der linken Seite ein langer Aufschluss im Muschelkalk mit Schaumkalkbänken und Wellenkalk. Dort steht die Lehrtafel "Entstehung des Kalksteins".
Der Beschilderung folgend kommt der Wanderer an einen Kalkbrennofen, in dem bis in die 1960er Jahre noch Kalk gebrannt wurde. Die Lehrtafel "Der Kalkbrennofen" weist auf die Verfahrensweise des Kalkbrennens hin. An der Böschungskante sind noch Wiederlagerreste der alten Seilbahn, die den Branntkalk zur Unstrut befördert hat, zu sehen. Hier öffnet sich ein Ausblick in das Unstruttal nach Balgstädt sowie in Richtung Laucha und Karsdorf. Auf der gegenüberliegenden Seite, am Muschelkalkaufschluss, befindet sich die Lehrtafel "Geologischer Aufschluss Zscheiplitz".
Der Lehrpfad führt weiter in Richtung Südosten, parallel zur Böschungskante. Nach ca. 150m lädt eine Bank zum Picknick ein. Der Wanderer wird belohnt mit einem 180° Panorama in das Unstruttal. Die Tafel "Eis über dem Unstruttal" widmet sich dessen Entstehung. Circa 100m führt der Weg an einer Abraumhalde entlang, biegt dann nach Osten ab, an Branntkalkresten vorbei. Bald bietet sich auf der linken Seite nochmals ein Blick in den Kalksteintagebau. Zur Rast lädt eine weitere Sitzgelegenheit ein. Der geologische Wanderpfad verläuft nun nach Nordosten. Nach ca. 200m befindet sich der Wanderer an einer gutbeschilderten Wegekreuzung. Dem Wegverlauf folgend, geht es dann zum Klosterkomplex und Gut Zscheiplitz weiter. Bald wird der Eingang in das Kloster mit Treppen zum Aussichtspunkt "Nonnenturm" erreicht. Die Tour führt an der Klostermauer entlang, welche aus Zscheiplitzer Kalkstein erbaut worden ist. Der Name Zscheiplitz geht auf eine slawische Gründung zurück. Um das Jahr 1041 verlegten die sächsischen Pfalzgrafen ihren Stammsitz von Goseck in die Nähe des Ortes. 1085 fiel hier Pfalzgraf Friedrich III. einem Mordanschlag Ludwig des Springers zum Opfer. Dennoch heiratete er dessen Witwe Adelheid und gilt als Erbauer der Neuenburg, der Wartburg und als Stifter des Klosters Reinhardsbrunn. Diesem überließ er die Zscheiplitzer Kirche, um die ein Frauenkonvent entstand. Das Kloster wurde nach der Reformation zum Lehnsgut. Der Wanderer kommt unterhalb der Klosterkirche vorbei. Nach ein paar Metern bietet sich an der Kanone aus den Napoleonischen Feldzügen ein Blick auf die Zeddenbacher Mühle und das Freyburger Unstruttal. Dazwischen liegen die Steilhänge der Schweigenberge, eine terrassierte, exzellente Weinbaulage. Weiterhin entlang der Klostermauer führt der Weg in Richtung Wasserturm. Nach ca. 50m gibt es eine Möglichkeit, über einige Treppen in die Klosteranlage zu gelangen. Im Innenhof befinden sich nochmals 2 Tafeln ("Triaslandschaft", "Historie Weißenburg und Kloster"). Wenige Schritte entfernt befindet sich das Weingut Pawis. Am Weingut angekommen, steht die letzte Lehrtafel "Kalkstein und Wein". Quer über das Weingut gelangt man nach ca. 100m zurück an den Parkplatz (Feuerwehrdepot). Wer über die Zeddenbacher Mühle eingestiegen ist, geht zurück zur Aussicht an der Kanone und steigt entlang der Hangkante ab.