Geo-Trail Wangen-Querfurt

Geo-Trail Beschilderung




Ausgangspunkt:
Parkplatz Arche Nebra
Zielort: Burg Querfurt
Weglänge: ca. 35 km
Wegzeit: ca. 1 Tag
Schwierigkeitsgrad: anspruchsvoll (Länge, Höhenprofil)
Empfehlung: Geländebezogenes Radfahren; zum Wandern geeignet.
Markierung: Schwarzes G mit Bike auf weißem Grund, grün gerahmt.
Parken: Parkplatz der Arche Nebra in Wangen


Einleitung
Der Geo-Trail dient naturnahem, geländebezogenem Radfahren im Einvernehmen zwischen Eigentümer, Nutzer und Naturschutz. Die Strecke verbindet die Arche Nebra mit der Burg Querfurt und etabliert das "Wandern" per Rad. Auf 35 km und 1000 Höhenmeter (gleich verteilt auf Anstiege und Abfahrten bis 10%) geht es naturbelassen, auf bestehenden Wegen durch Feld und Flur.
Fährt man von der Arche Nebra zur Burg Querfurt von der Bronzezeit zum Mittelalter, verhält es sich mit den Gesteinen im Untergrund ähnlich. Vom Älteren zum Jüngeren, nach der Grundregel der Stratigraphie, ist die Geologie Namensgeber und Leitfaden für den Geo-Trail.
So geht es vom Buntsandstein des Ziegelrodaer Forstes zur Muschelkalk-Hochfläche der Querfurter Platte, getrennt durch die Schmoner Talung (Röt-Tone/Gipse). Aus diesem Wechsel von Hart und Weich resultiert das Landschaftsrelief und auf den unterschiedlichen Substraten der Reichtum an Fauna und Flora.
Vor dem geologischen Auge entspannt sich die Geburt eines Meeres. Eine Zeitreise, die vor 245 Mio. Jahren beginnt und vom Rand zum Kern der Querfurter Mulde führt. Durch 5 Mio. Jahre Erdgeschichte geht es aus der Wüste (Buntsandstein) an die Küste (Röt) ins Meer (Muschelkalk). Um den Inhalt zu erschließen, macht eine geführte Nutzung Sinn. Bei durchschnittlicher Kondition schafft jeder die Strecke. Es ist keine Schande abzusteigen und partiell zu schieben. In Etappen unterteilt (11), ist der Geo-Trail auch zweitägig planbar.
Für versierte Fahrer ist es eine Tagestour, an deren Ende man über den Himmelsscheibenradweg zum Ausgangspunkt zurück gelangt. Bei Gruppenfahrten sind max. 10 Fahrer vertretbar! Insgesamt 14 geologische Lehrtafeln stehen im Routenverlauf.

Etappen

Etappe 1: Start (3 km)
Die Etappe führt nach Norden durch den Wangener Grund. Mit Erreichen des Waldes zu beiden Seiten führt der Geo-Trail steil nach rechts oben auf die Buntsandsteinhochfläche ("Bock").

Etappe 2: Querfurter Mulde (Schichtstufenlandschaft; 3,5 km)
Das Panorama über Vitzenburg nach Norden nimmt die kommenden Wechsel zwischen Buntsandstein (Ziegelrodaer Forst) und Muschelkalk (Querfurter Platte), getrennt durch die Schmoner Talung (Ton, Gips), vorweg. Hinab bis zur Unstrut steigt der Geo-Trail in Zingst steil zur Vitzenburg an (Straßennutzung!).

Etappe 3: Trias-Tor (Buntsandstein, Vitzenburg;1,5 km)
Diese beginnt mit einem Blick auf das Trias-Tor, dem Unstrutdurchbruch bei Nebra. Über Vitzenburg nach Norden geht es steil (!) hinab nach Pretitz und gegenüber auf ein Röt-Plateau.

Etappe 4: Salinare (Röt; Kalk; Gips; Salz; 2,5 km)
Anfangs bietet sich ein Panorama auf die steilen Abhänge der Querfurter Platte mit spärlicher Vegetation (Röt-Gestein). Über den Hohlweg zum Siedebach geht es nach Westen durch Weißenschirmbach bis in den Stachelroder Grund.

Etappe 5: Grundwasser (Stachelroder Grund; 1,5 km)
Der Geo-Trail steigt in ein enges Kerbtal (Brunnen) hinauf zur Hochfläche (60 Höhenmeter). Ganzjährig zu Tage tretendes Grundwasser führt in der Talsohle zu Staunässe, wogegen die Talflanken trocken sind (silikatischer Magerboden). Ein Kontrast, auf dem das Naturschutzgebiet Stachelroder Grund basiert.

Etappe 6: Hochfläche (Tertiäre Landoberfläche, Eiszeit; 12 km)
Die Hochfläche war eine plane Ebene, die erst in jüngster Zeit durch Bäche und Flüsse zerschnitten wurde. Mit 160 Höhenmetern geht es im Ziegelrodaer Forst ab "Hermannseck" (Pumpenhaus) durch einen Talzug vom Buntsandstein bis in den Muschelkalk. Vorbei an einer Feriensiedlung, einem Stausee und der Ortschaft Schmon, steigt man hinter der B 250 durch die Schmoner Hänge (NSG, FFH!) zur Querfurter Platte hinauf.

Etappe 7: Querfurter Platte (Muschelkalk, Fossilien; 8,5 km)
Nördlich am Rand der Querfurter Platte entlang wird die B 250 überquert (!). Hinunter zur Leimbacher Talung und durch den Ort führt das Tal zurück zum Ziegelrodaer Forst (Hermannseck). Am Talausgang nutzt der Geo-Trail für 500 m die L 172 (!), um am alten Forsthaus nördlich in den Wald einzubiegen.

Etappe 8: Ziegelrodaer Forst (Relief, Nutzung; 4,5 km)
Durch den Wald nach Norden geht es in einer Spitzkehre steil hinunter zur Lautersburg und zur Querne. Auf der Forststraße Richtung Lodersleben wechselt die Strecke an der Engstelle (Bachquerung) auf einen kleinen Pfad auf der südlichen Talseite, der zum Roten Born führt.

Etappe 9: Quernetal (Querne, Wasser; 2 km)
Die Etappe verläuft am Bachbett der Querne durch einen kleinen Erlenwald (Quellgebiet) über die Brücke bis in den ehemaligen Schlosspark. Hinter dem Vereinshaus mit Sommerbühne und Teich führt die Strecke direkt bis unter das Schloss. Entlang der
massiven Sandsteinmauer geht es steil hinauf zum ehemaligen Steinbruchgelände Trümpelberg (Süden).

Etappe 10: Lodersleben (Buntsandstein, Abbau, Handwerk; 2 km)
Der Reichtum an Werkstein in Lodersleben ist augenscheinlich. Vielerorts ragt der Sandstein hervor, manche Gebäude stehen direkt auf diesem (Schloss, Forsthaus). Über 50 Höhenmeter führt der Geo-Trail hinab in die Aue der Querne. Vorbei an den überbauten Steinbrüchen Richtung Westen (Kacheltor) geht es über die Leimbacher Straße (!) in den Apfelweg zum "Sudel" bis an die L 219, unter den Steilabfall der Querfurter Platte.

Etappe 11; Erdfälle (Subrosion, Dolinen; 3,5 km)
Die letzte Etappe führt an der ehem. Bahntrasse zum engen Muschelkalkdurchbruch der Querne. Vor dem Weinberg wechselt der Geo-Trail in einer Spitzkehre die Talseite (Marienzell). Unterhalb der Fichten in Richtung Querfurt geht es an der Weggabelung (Schranke) hinauf zur Burg. Am Trafoturm geradeaus (A. Bebel-Str.) durch das westliche Burgtor führt die Strecke aus der Vorburg links hinunter zum Ziel, dem Eingangstor in den Geo-Naturpark - der Nordostbastion.