Geopfad Schönburg

Schönburg Ort und Burg


Ausgangspunkt und Zielort:
Parkplatz Schönburg Ortseingang von Naumburg kommend
Weglänge: 1,5 km
Wegzeit: 1 - 2 Stunden
Schwierigkeitsgrad: leicht, mit geringem Höhenunterschied
Empfehlung: kurzer Rundweg zu Fuß
Markierung: Weißes G auf grünem Grund oder weißer Geopfad auf grünem Grund
Parken: Parkplatz Schönburg


Einleitung
Der Buntsandstein von Schönburg verdient seinen Namen als "bunter Sandstein". Fast 90 Meter mächtig ist die Abfolge der Schichten. Herrliche Blicke in die Landschaft des Saaletales sind genauso erlebbar, wie die Einblicke in die Erdgeschichte.
Flussabwärts von Naumburg über der Saale erhebt sich ein steiles, 50 Meter hohes Felsplateau. Sichtbar darauf überragt eine der ältesten spätromanischen Burgen, die Schönburg, das Tal. Wieder restauriert, lädt die Burganlage mit dem 30m hohen Bergfried dazu ein, die malerische Landschaft näher kennenzulernen (Klaus-, Burg-, Fachberg). Die Kraft des Wassers hat die Gegend geprägt und wurde lange durch zahlreiche Mühlen genutzt (Neumühle, Kroppenmühle). Ort und Burg schmiegen sich eng an den Felsen, vollziehen das Auf und Ab am Zusammenfluss von Saale und Wethau nach. Überall trifft man auf einen auffälligen, roten Stein. Dieser Buntsandstein ist in Schönburg allgegenwärtig und diente zur Erbauung der Burg. In oberirdischen Steinbrüchen wurden daraus Werksteine geschlagen. Doch finden sich auch unterirdische Abbaue. Diese sitzen in weicheren Schichten ("Letten", Ton-/Mergelstein) und dienen bis heute als Kelleranlagen. Der Buntsandstein entstand vor 250 Millionen Jahren zu Beginn der Trias und wurde als riesige Menge Abtragungsschutt in einem Tiefland abgelagert (Germanisches Becken). Es herrscht ein wüstenhaftes Klima, wie die roten Färbungen der daraus entstandenen Sandsteine belegen. In Schönburg ist das in der Ortsmitte besonders gut an dem Straßeneinschnitt zu sehen. Dieses 250m lange Profil im Mittleren Buntsandstein ist ein Geotop und Aufschluss von überregionaler Bedeutung. Die Steillagen der Hänge und die Besonderheit des Untergrundes (Terroir) werden seit über 1000 Jahren für Weinbau genutzt (Saale-Unstrut). Der Fachberg wurde neu aufgerebt (1990) und wird durch das Weingut Fröhlich-Hake (Roßbach bei Naumburg) bewirtschaftet. Eine weitere Bedeutung hat der Buntsandstein als Wasserfilter und -speicher (Mineralquelle Leißling). Niederschläge sickern langsam durch die Spalten und Poren und treten als hochwertiges Grundwasser, meist als Schichtquellen mit beträchtlicher Schüttung wieder zu Tage (Klatsch-, Moosbrunnen). All diese Schönheiten und interessanten Details verknüpft der Geopfad Schönburg. Schauen Sie auf dem ca. 1,5km langen Rundweg durch ein kleines Fenster in die Erdgeschichte und die Tradition der Region.

Wegführung
Ausgangspunkt ist der Parkplatz am Cafe´ Polz. Dort weist eine Übersichtstafel auf den Verlauf des Weges hin. Weiterhin führt der Kurs auf einem Rundweg durch das Dorf bis hinauf zum Weinberg, dort wieder hinab zur Saale, wo der Ausgangspunkt angesteuert werden kann. Insgesamt fünf am Weg platzierte Tafeln geben dem Wanderer umfangreiche Informationen zu den Themen " Wege durch den Schönburger Felsen", "Buntsandstein von Schönburg", "Schönburg im Tal der Saale", "Quellwasser aus der Tiefe der Felsen" sowie "Buntsandstein und Wein". Allerdings kann auch an anderen Orten des mit grünen Pfeilen gekennzeichneten Lehrpfades, die Wanderung aufgenommen werden. Tatsächlich bieten sich auf dem Rundkurs, auf dem es auch Höhenunterschiede zu bewältigen gibt, schöne Ausblicke auf die Burg und das Saaletal. Die Burg befindet sich auf einem Buntsandsteinkegel und bedeckt das ganze Plateau.
Im Innenhof befinden sich Parkmöglichkeiten und das Burgrestaurant.
Der Pfad ist ein günstiger Anfang oder Endpunkt für eine Erkundung des Kroppentals oder des Saaletales.