Geologische Übersicht

Geologische Übersichtskarte

Geologische Karten bieten den besten Zugang zu einer geologischen Übersicht eines Gebietes: Aus ihnen kann man recht schnell den geologischen Bau und die oberflächliche Verbreitung der Gesteinsformationen ableiten. Als Exkursionsbegleiter zeigt die geologische Karte, wo man bestimmte Gesteine erwarten kann. In den beiden geologischen Karten unten ist allerdings das känozoische Gebirge weggelassen worden ("abgedeckte Karte"). Über große Strecken bedecken quartäre Lockersedimente die Schichtfolgen der Trias und paläozoischer Formationen. Die besten natürlichen Aufschlüsse finden Sie daher an Steilhängen der Täler, wo die junge Sedimentdecke durch Erosion entfernt worden ist.

Deutlich treten die wichtigen strukturgeologischen Einheiten im Kartenbild hervor: Die Hermundurische Scholle mit Kyffhäuser und den Höhenrücken von Hainleite, Schmücke, Schrecke und Finne. Im SW begrenzt die Finnestörung die Hochscholle gegen das Thüringer Becken, im NE bildet die Kyffhäuser-Nordrandstörung die Grenze zur Querfurter Mulde und Ziegelrodaer Buntsandstein-Platte. Im SE bildet die Muschelkalkfüllung der Naumburger Mulde das bestimmende Element. Sie gehört strukturgeologisch zur Hermundurischen Scholle.

Die geologische Karte zeigt drei geologische Großstrukturen als bestimmende geologische Baueinheiten im Saale-Unstrut-Triasland: Das Thüringer Becken mit seiner Keuperlandschaft, die Hermundurische Scholle und die Querfurter Mulde mit vorgelagerter Ziegelrodaer WendelsteinBuntsandsteinplatte. Die Hermundurische Scholle ist eine über das Umland herausgehobene "Pultscholle". Die ältesten Gesteine (Permokarbon) treten daher entlang der Kyffhäuser-Nordrandstörung an die Oberfläche (Horst des Kyffhäusers und Bottendorfer Höhe mit Ausläufer Wendelstein bei Rossleben), während der übrige Teil vor allem vom Buntsandstein eingenommen wird. Im Südosten erstreckt sich die Naumburger Mulde über die Hermundurische Scholle: Eine flache Muldenstruktur mit Oberem Muschelkalk im Muldenzentrum, nordöstlich von Bad Sulza sogar noch etwas Unterkeuper. Zwischen Freyburg und Laucha verbindet sich der Untere Muschelkalk der Naumburger Mulde mit dem der Querfurter Mulde (auch Freybur-Querfurter Mulde). Dort hat die Unstrut ein enges Durchbruchstal durch den Unteren Muschelkalk geschaffen. Im Zentrum der Querfurter Mulde reicht das Profil bis zum Oberen Muschelkalk. In der Regel liegt hier auf dem Muschelkalk eine mehr oder weniger mächtige Decke aus tertiären und quartären Lockergesteinen.

Im Südwesten grenzt die Finnestörung die Hermundurische Scholle (Finne) vom Thüringer Becken ab. Entlang dieser kräftigen Störung (maximale Ausprägung mit Überschiebung um Rastenberg) findet sich ein engräumiges Muster stark gestörter Schichten von Buntsandstein bis Keuper. Daran setzen in südwestlicher Richtung die flach muldenförmig liegenden Schichten von Oberem Muschelkalk bis Mittelkeuper des Thüringer Beckens an. An der Finnestörung sind diese Schichten durch die tektonischen Bewegungen umgebogen und aufgerichtet worden. Die Grenze Finne-Thüringer Becken ist durch einen kräfigen Geländeabfall zum Thüringer Becken charakterisiert.