Geopfad "Kulturlandschaft Droyßiger-Zeitzer Forst"

Die Haynsburg


Ausgangspunkt und Zielort: Schloss Droyßig
Weglänge: ca. 45 km, Rundweg (Droyßig-Ossig-Zeitz-Droyßig)
Wegzeit: 1 - 2 Tage (je nach Nutzung)
Schwierigkeitsgrad: moderat aber lang
Empfehlung: Nutzung zu Fuß oder per Rad, teils auf Straßen, im Wechsel zwischen Hochfläche und Tal.
Markierung: Weißes G (Geopfad) auf grünem Grund
Parken: Schloss Droyßig, Information Droyßig oder Parkplatz der Verbandsgemeinde Droyßiger-Zeitzer Forst (Zeitzer Str. 15).


Einleitung
Dem Geopfad "Kulturlandschaft Droyßiger-Zeitzer Forst" liegt die Vielfalt der Landschaft und deren Nutzung zu Grunde. Im Mittelpunkt stehen die an die Geologie gebunden Ressourcen.
15 Infotafeln bieten Einblicke in daraus resultierende Prägungen und landschaftsformende Prozesse. So gilt ein Wald als Natur und ist doch künstlich angelegt ein Teil der Kulturlandschaft. Die südlichen Hochflächen und Täler sind an den Buntsandstein (Trias) gebunden, landwirtschaftlich geprägt, mit naturnahen Flächen und mittelalterlichen Strukturen. Im Norden geht die Landschaft in das tertiäre Weißelster-Becken über. Dessen Kohlevorkommen, verbunden mit Bergbau und Industrialisierung, haben die Region nachhaltig verändert. So spannt der Geopfad einen zeitlichen Bogen zwischen "guter alter Zeit", Industrialisierung und Gegenwart. Renaturierte Bergbauflächen geben einen Ausblick auf künftige Landschaftsentwicklungen.

Wegführung
Droyßig-Pötewitz
Mit der TAFEL 1 und einleitenden Informationen beginnt der Rundweg am Droyßiger Schloßpark (Burganlage 13. Jh.). Bereits am Ortsausgang in südlicher Richtung steht die TAFEL 2 und widmet sich den Tertiär-Quarziten im Waldstück nach Wetterzeube. Ein westlicher Abstecher führt nach Obersiedel, einer Art Vorwerk, wo TAFEL 3 die entlegen betriebenen Steinbrüche und Streuobstwiesen beschreibt. Weiter nach Süden führt der Geopfad oberhalb des Weißenborner Grundes hinab in das Tal zur Weißen Elster. Auf halber Strecke, noch vor Pötewitz, erläutert die TAFEL 4 die erst junge Entstehung der Täler.In Pötewitz informiert die TAFEL 5 zum Elsterfloßgraben, einem künstlichen Wassernetz aus dem 16. Jh. - von großer Bedeutung für den Mitteldeutschen Raum bis Leipzig und Halle.

Wetterzeube-Haynsburg
Die SECHSTE TAFEL widmet sich einem Geotop am westlichen Ortseingang von Wetterzeube. Der Abbau von Zechsteinkalk hat hier die Perm/Triasgrenze erschlossen, wo auf helle Karbonate rote Ablagerungen des Buntsandsteins folgen.
Auf der anderen Talseite, vorbei an Schleckweda, der Johannesmühle und Katersdobersdorf, widmet sich die TAFEL 7 auf der Hochfläche am Wetterkreuz vor Haynsburg dem Buntsandstein (Steinbrüche). Die TAFEL 8 findet sich an der daraus errichteten Haynsburg (12. Jh.).

Breitenbach - Zeitz
Weiter in Richtung Süden über Breitenbach mit der ökologischen Feldstation (Konik-Pferde, Wildrinder, Beobachtungspunkt, Erlebnispfad) und Kempe (Burgruine) geht es durch den Talgrund von der Schneidemühle nach Ossig.

Am Ortsausgang nach Droßdorf steigt man über der Straße auf die Hochfläche auf, wo TAFEL 9 die alten, tertiären Flusssysteme erörtert. Hier liegen weiße Quarzkiese auf Buntsandstein, abgelagert lange bevor die heutigen Gewässer die Täler geschaffen haben. Weiter nach Osten führt der Geopfad zwischen Rippicha und Frauenhain hindurch nach Röden. Am Einstieg in das Kuhndorftal befindet sich die TAFEL10, die das Kerbtal und das Tonnengewölbe (ehem. Eiskeller?) erläutert.
In der Hälfte des Tales geht es westlich zurück nach Rippicha (Holländermühle, sechseckiger Kirchturm) und nördlich am Ort vorbei nach Golben. Am Steilabfall nach Zeitz, hin zum Weißelsterbecken, erklärt TAFEL 11 anhand der Aussicht die Situation während der Eiszeit (Eisrandlage). Abgestiegen zum Fluss geht es über Großosida via Elsterradweg auf die andere Seite der Weißen Elster. Ein Abstecher nach Zeitz bietet neben Dom und Schloss, Einblicke in den Untergrund der Stadt (Unterirdisches Zeitz). Am Kreisverkehr Grana Richtung Zeitz steht TAFEL 12, die sich der Braunkohle widmet und auf die Brikettfabrik Herrmannschacht, einem Eingangstor in den Geopark, verweist. Der ''Mitteldeutsche Umwelt- und Technikpark'' stellt dort den seit Mitte des 19. Jh. andauernden Kohleabbau, die Geschichte der Industrialisierung Mitteldeutschlands und den heutigen Strukturwandel dar.

Grana - Droyßig
In Grana quert man den Elsterfloßgraben ein zweites Mal, wo die TAFEL 13 sich aktuellen Aspekten dieses technischen Kulturdenkmals widmet (Floßgrabenverein). Richtung Westen gelangt man an ein geflutetes Tagebaurestloch. TAFEL 14 widmet sich diesem Kretzschauer See und der Renaturierung von Abbau und Kippen. Vorbei nach Gladitz mit seinem Rittergut steht am Abzweig nach Döschwitz die letzte Tafel (15). Sie beschreibt die "Nordseeküste", welche im Tertiär bis nach Zeitz gereicht hat, bevor der Geopfad über Hollsteitz zurück nach Droyßig führt.

Detaillierte Wegbeschreibung