Geopfad Bad Kösen

Gradierwerk Bad Koesen


Ausgangspunk und Zielort:
Am Kunstgestänge Bad Kösen
Bad Kösen-Rudelsburg-Saaleck-Himmelreich-Lengefeld-Bad Kösen
Weglänge: ca. 10 km
Wegzeit: 4 - 6 Stunden
Schwierigkeitsgrad: anspruchsvoll durch prägnante An- und Abstiege
Empfehlung: Rundwanderung zu Fuß
Markierung: Weißes G auf grünem Grund oder weißer Geopfad auf grünem Grund. Folgt weitgehend dem Himmelreich-Wanderweg
Parken: Parkplatz Saalebrücke oder Ritterbad-Karre`, gebührenpflichtiger Parkplatz vor dem "Romanischen Haus"


Einleitung
Der geologische Wanderweg Bad Kösen ermöglicht einen Streifzug durch die Schönheit der Landschaft.
Die Prall- und Steilhänge rechts und links der Saale sind Zeitzeugen der geologischen Entwicklung und der Landschaftsformung durch die Saale. Wie ein stolzer Wächter steht die Rudelsburg auf einem Steilhang. Die Burg Saaleck befindet sich auf einem Umlaufberg der Saale.
Ein Besuch der Burgen bietet nicht nur geschichtlich interessante Einblicke, sondern auch schöne Ausblicke in das malerische Saaletal mit seinen steilen Hängen aus den Gesteinen des Muschelkalk-Meeres.
Zwischen den Burgen verläuft der Kunoklamm, eine tiefe Schlucht im Wellenkalk. An den Prallhängen der Saale ist ein bis zu 100m mächtiges Profil geöffnet worden. Es gibt einen einzigartigen Einblick in den erdgeschichtlichen Zeitraum vor 245-240 Mio. Jahren.
An der Saale kann der Abbau von Kalkstein bis in die Zeiten des Burgenbaus 11./12. Jh. zurückverfolgt werden. In vielen kleinen Steinbrüchen wurde vorrangig Kalkstein abgebaut. Dieser war Grundlage für den Bau der Burgen.
Im heute noch betriebenen Steinbruch von Bad Kösen wird Muschelkalk in viel größeren Dimensionen abgebaut.
1868 wurde in Bad Kösen die Johannisquelle entdeckt. Sie liefert bis 1963 eine schwach salzhaltige Sole, die zu Kur- und Heilzwecken genutzt wurde. Die Saline und der Borlachschacht zeugen noch heute von der gezielten Gewinnung der Sole aus dem Zechsteinsalz. Heute stehen das Rathaus und das Kunstgestänge, welches einst die Sole zum Gradierwerk pumpte, unter Denkmalschutz. Kurgäste genießen Thermalbehandlungen im modernen Solebad und entspannen bei Besuchen im Stadtpark.
Zehn geologische Lehrtafeln begleiten den Wanderer "Zu Fuß durch das Muschelkalkmeer".

Wegführung
Beginn der Wanderung
Ein guter Einstieg bietet sich an den Salinetechnischen Anlagen, beginnend mit der Wasserkunst und dem Doppelfeldkunstgestänge an der Saalebrücke.
Von hier stammt die Kraft, um die Sole (salziges Grundwasser, 5%ig) aus 175m Tiefe aus dem Borlachschacht zu fördern und hinauf auf das Gradierwerk zu pumpen. Im Untergrund lagern Salzvorkommen (Zechstein; Röt), die bei Kontakt mit zirkulierendem Grundwasser das Salz auch auf natürlichem Weg an die Oberfläche kommen lässt. Am Wehr vorbei folgt der Weg der Loreleypromenade und dem Saaleradweg zwischen Fluss und Fels. Bis zur Johannisquelle geht die geologische Tour, unterhalb des Prallhanges an der Saale und direkt am Muschelkalk entlang.
Zu Beginn erläutert die Tafel "Der Wellenkalk" die Entstehung und Herkunft aus einem 250 Mio. Jahre alten, flachen und warmen Meer. Wer genau hinschaut, erkennt die Unterschiede und fossilen Reste (Muscheln). An der Johannisquelle widmet sich die Tafel "Das Salzwasser (Sole) eines noch älteren Meeres" der Herkunft der Sole. Weiter durch die Saaleaue geht es hinauf auf die Hochfläche über der Saale, auf der das Gradierwerk, aber auch die Rudelsburg und Denkmale errichtet wurden. Es handelt sich dabei um eine Flussterrasse, entstanden während einer Vereisungsphase vor rund 200 000 Jahren (Saale-Kaltzeit) bevor sich die Saale auf heutiges Niveau eingeschnitten hat.

Rudelsburg und Burg Saaleck
Über auseinandergezogene Holzstufen aufwärts, geht es in Richtung Rudelsburg weiter. Ein bequemer breiter Weg führt in natürliche Muschelkalktreppen mündend auf das Plateau vor dem "Löwendenkmal". Dort bietet eine Tafel Informationen zu den rund 100m mächtigen Meeresablagerungen. Vorbei an drei weiteren Denkmälern führt der Weg unter der Burgbrücke, am Bergsporn der Rudelsburg abwärts. Die junge Tallandschaft entstand während der letzten 2,5 Mio. Jahre in der Eiszeit.
Die dabei entstandenen exponierten Lagen der Burgen erläutert die Tafel "Der Saaledurchbruch". Eine weitere Tafel "Rudelsburg aus Meeresablagerungen erbaut", beschreibt den Schaumkalk. Diese wenige Meter mächtige Kalkvariante ist ein Werkstein mit Jahrhunderttradition. Viele der Burgen und Dome sind daraus errichtet, auch die Naumburger Stifterfiguren wurden aus diesem Kalkstein gehauen. Unterhalb erhebt sich der wehrhafte Bergfried der im 12. Jh. erbauten Burg Saaleck. Hier kann man über einen meist trockenen Wasserriss im Muschelkalk, der sogenannten Kuno-Klamm (Vorsicht! Naturbelassener Weg), zur Bootsanlegestelle an der Saale absteigen und mit dem Saaledampfer nach Bad Kösen zurückkehren. Die Tafel "Der Cannyon zwischen Rudelsburg und Saaleck" informiert über das Erosionstal Kunoklamm und die gewaltige Wirkung des Wassers.
Wer weiter in Richtung Himmelreich wandert passiert ein Stück Straße, ehe ihn der Weg rechts aufwärts zur Burg Saaleck führt.

Stendorf und Himmelreich
Serpentinen führen von der Burg Saaleck hinunter zum gleichnamigen Dorf. Der Wegeverlauf führt über die Saale nach Stendorf, einem ehemaligen Rittergut und Vorwerk. Hinter dem Dorf an einer Rotbuche stehen zwei weitere Tafeln. "Kalksteingewinnung seit vielen Jahrhunderten" und "Aufschluss Himmelreich", welche Inhalte zum traditionellen Steinabbau und zur Lokalität Himmelreich, einem Steilhang über der Saale vermitteln.
Klein aber steil ansteigend führt der Pfad hinauf durch die Muschelkalkfelsen zur Aussicht und gleichnamigen Berggaststätte "Himmelreich". Eine Anstrengung, die sich beim Anblick des Saaletals lohnt. Gegenüber thronen die beiden Burgen. Der 12,5m hohe Oblisk des "Kaisersteins" leuchtet weiß durch die Bäume. Oberhalb liegt das Rittergut Kreipitzsch auf der Hochfläche. Dort steht sogar noch Oberer Muschelkalk an. Richtung Süden weitet sich das Tal am Zusammenfluss von Saale und Ilm nördlich von Bad Sulza.

Weg nach Lengefeld
Kurz hinter dem Parkplatz am Himmelreich steigt der Weg wieder in den Steilhang ein. Er führt durch kleine, verwachsene Steinbrüche in denen Schaumkalk gebrochen wurde (Tafel "Alter Steinbruch").
Der extreme Standort (Magerrasen, Südhang, Steillage) führt zu einer typischen Trockenrasenvegetation entlang des Weges. Dem Wegeverlauf folgend gelangt der Wanderer in einen herrlichen Laubwald und biegt nach einigen Schritten an einer Weggabelung nach links ab. Den Wald hinter sich lassend, erreicht er über einen Wiesenweg Lengefeld.

Zurück zum Ausgangspunkt
Ab Lengfeld führt der Wegeverlauf am Straßenrand entlang. Unübersehbar ist der große noch in Abbau befindliche Steinbruch. Hier wird bis zu 60 Meter Wellenkalk abgebaut. War über Jahrhunderte der Werkstein Ziel des Abbaus, gewinnt man heute den Wellenkalk zur Splitt- und Kalkproduktion. Vor der Schrankenanlage wird die Straße überquert und die Unterführung benutzt. Am gegenüberliegenden Saaleufer wird der Campingplatz wieder sichtbar. Der Rudelsburgpromenade folgend erreicht der Wanderer den Kurpark. Er geht vorbei an zwei imposanten Trinkhallen für den Solebrunnen und der Tafel: "Heilendes Wasser aus 255 Mio. Jahre altem Salz". Nach der Überquerung der Saalebrücke und einem Blick zum Wehr ist der Ausgangspunkt wieder erreicht.