Arche Nebra - Die Himmelsscheibe erleben

Die Himmelsscheibe von Nebra
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Etwa 7 km vom Sitz des Koordinierungszentrums des Naturparks "Saale-Unstrut-Triasland" entfernt, im Ziegelrodaer Forst, liegt der Fundort der Himmelsscheibe von Nebra. Um 1600 v. Chr. vergruben Menschen der Bronzezeit die bronzene Himmelsscheibe auf dem Mittelberg bei Wangen. Zwei Raubgräber entrissen diesen Schatz 3600 Jahre später dem Boden. Die Bronzescheibe misst 32 cm im Durchmesser und zeigt die älteste bisher bekannte konkrete Darstellung des Kosmos weltweit. Sie ermöglicht erstmals einen Einblick in das Weltbild der mitteleuropäischen Bronzezeit und ist damit ein einzigartiges Zeugnis der Menschheitsgeschichte. Nahe dem Fundort der Himmelsscheibe wurde im Jahr 2007 die Arche Nebra eröffnet. Die Errichtung eines eigenen, innovativen Besucherzentrums am Fundort - zusätzlich zum Ausstellungsort der originalen Bronzescheibe im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) - trägt der Bedeutung des spektakulären Bodenfundes Rechnung.

Arche Nebra - Die Himmelsscheibe erleben
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Herzstück der Arche Nebra ist das Planetarium mit einer 22-minütigen Show zur astronomischen Deutung der Himmelsscheibe. Unter der Planetariumskuppel wird das komplexe astronomische Wissen begreifbar, das auf der Himmelsscheibe verschlüsselt ist. Schon vor 3600 Jahren ließen sich mit dieser "astronomischen Uhr" Kalendertermine festlegen und der Sonnen- mit dem Mondkalender verbinden.

Die Dauerpräsentation des Hauses widmet sich der Geschichte rund um die Himmelsscheibe. Neben einem Einblick in die Kulturgeschichte der Region, von den ersten menschlichen Zeugnissen der Steinzeit bis in mittelalterliche Zeit, erfahren Besucherinnen und Besucher Wissenswertes über die frühe Bronzezeit. Die komplexen Vorgänge von der Herstellung der Scheibe in all ihren Schritten und Veränderungsphasen bis zu ihrer Niederlegung in die Erde werden in der Arche Nebra für jedermann anschaulich. Nicht fehlen darf die aufregende Geschichte ihrer Auffindung - ein echter Krimi: Die beiden Raubgräber entdeckten die Bronzescheibe zusammen mit weiteren wertvollen Beifunden bereits 1999 und verkauften die Fundstücke illegal. Erst 2002 konnte die Himmelsscheibe in einer fingierten Ankaufssituation in einem Baseler Hotel sichergestellt werden. In der Arche Nebra erzählt ein Kasperltheater - mit einem kleinen Augenzwinkern - von dem "Theater um die Scheibe".

Der Fundort
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Den exakten Fundort der Himmelsscheibe auf dem Mittelberg markiert ein "Himmelsauge": Die leicht gekrümmte Scheibe aus poliertem Edelstahl spiegelt das Firmament und verbindet Himmel und Erde genau dort, wo 3600 Jahre lang ein Bild des Himmels im Boden verborgen lag. Unweit der Fundstelle wurde zudem ein markanter Aussichtsturm errichtet. 30 m hoch und um 10° geneigt, ist er gestaltet wie der Zeiger einer überdimensionalen Sonnenuhr. Ein senkrechter Schnitt teilt das Bauwerk und markiert die Sichtachse zum Harzmassiv mit dem Brocken. Das Mittelgebirge war ein wichtiger Orientierungspunkt für die Nutzer der Himmelsscheibe. Hinter dem Harz ging die Sonne am längsten Tag des Jahres, zur Sommersonnenwende, unter. Auf diese Weise ließ sich die Himmelsscheibe ausrichten und als Sonnenkalender benutzen. Besonders empfehlenswert ist die Wanderung zum Fundort (gut sechs Kilometer hin und zurück).


Führungen, Veranstaltungen, Sonderpräsentationen
Führungen und Aktionen für verschiedene Alters- und Interessengruppen werden ganzjährig angeboten. In der Sommersaison sind Sonderpräsentationen zu archäologischen oder astronomischen Themen zu sehen.
Preise und Konditionen sowie Veranstaltungsangebote stehen immer aktuell im Internet unter www.himmelsscheibe-erleben.de oder sind telefonisch zu erfragen unter Tel. 034461-25520.

Himmelswege
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Der Fundort der Himmelsscheibe von Nebra und das Besucherzentrum Arche Nebra sind Teil der Himmelswege, einer touristischen Route, die sensationelle archäologische Entdeckungen im südlichen Sachsen-Anhalt verbindet. Drei weitere Stationen erzählen von der Astronomie unserer Vorfahren und archäologischen Spuren Jahrtausende alten Wissens: Goseck mit dem 7000 Jahre alten Sonnenobservatorium, die "Dolmengöttin" von Langeneichstädt sowie das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) mit der originalen Himmelsscheibe von Nebra.


Öffnungszeiten Besucherzentrum Arche Nebra und Turm auf dem Mittelberg


April-Oktober täglich 10-18 Uhr
November-März Di-Fr 10-16 Uhr, Sa/So/Feiertag 10-17 Uhr, montags und am
24. Dezember geschlossen.
Der Aussichtsturm ist auch montags geöffnet.


Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter:
www.himmelsscheibe-erleben.de oder www.himmelswege-erleben.de