Ziege, Schaf & Co.

Neues Förderprojekt zur Erhaltung der Trockenlebensräume im Burgenland- und Saalekreis

Aktuell tut sich wieder einiges im Geo-Naturpark! Und wie so oft spielen dabei unsere gehörnten, wolligen oder seit neuestem auch behuften Landschaftspfleger eine Hauptrolle. Zum 1. Mai durften wir offiziell mit einem neuen, umfassenden Projekt zur Pflege und Entwicklung von seltenen Trocken- und Halbtrockenlebensräumen im Geo-Naturpark Saale-Unstrut-Triasland beginnen.
Ziel des über die sogenannten Naturschutz-Richtlinien geförderten Projekts ist es, diese Lebensräume im Geo-Naturparkgebiet mitsamt ihren Arten durch Beweidung zu erhalten. Trocken- und Halbtrockenrasen sind nicht nur aus Naturschutzsicht einmalige Schätze! Sie sind auch regionaltypische Landschaftselemente und prägen den Charakter der Flusstäler an Saale und Unstrut maßgeblich. Viele von ihnen drohen durch Nutzungsaufgabe (ehemalige Weinberge, Weiden) und vermehrtes Aufkommen von Büschen und Gehölzen verloren zu gehen. Mit ihnen verschwinden zahlreiche seltene Arten, wie der Stengellose Tragant, die zum Teil europaweit gefährdet sind. Ziege, Schaf, Rind oder Pferd stoppen das Zuwachsen, halten die Flächen offen und schützen damit ihre Artenvielfalt. Um diese und weitere nötige Maßnahmen zu ermöglichen fließen im Zeitraum von 2018 bis 2020 europäische Fördermittel (ELER) und Gelder des Landes Sachsen-Anhalt in Höhe von insgesamt bis zu 750.000,00 EUR unsere Region.
Neben der Möglichkeit zwei neue Personalstellen zu schaffen kurbelt das natürlich auch die regionale Wirtschaft an. Für uns ist das ein weiteres, wichtiges Anliegen. Auf insgesamt fast 36 ha Fläche können wir nun in ausgewählten FFH-Gebieten die Wiederherstellung wertvoller Flächen in Angriff nehmen: durch Entbuschungen, Weideeinrichtungen für die passende Art von Weidetieren und wo nötig auch Nachpflege. Die oft orchideenreichen Trockenlebensräume liegen im Gleinaer Grund bei St. Micheln, im Hirschrodaer Graben bei Balgstädt, auf dem Kuhberg bei Gröst, im FFH-Gebiet Saale-Ilm-Platten bei Bad Kösen, auf den Spielberger Höhen, in der Steinklöbe im Ziegelrodaer Forst sowie an den Vitzenburger Hängen. Eng mit dem Projekt verknüpft sind Maßnahmen aus dem Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung. Wir freuen uns auf spannende Schulbesuche, viele ereignisreiche Aktionen mit Kindern und Erwachsenen, interessante Führungen und Vorträge. Natürlich sind unsere Wanderziegen auch wieder dabei! Besonders wichtig ist uns zudem, dass das Projekt Zeit und Raum gibt um an Maßnahmen zu Förderung und Unterstützung einer weiteren Rote-Liste-Arte zu arbeiten: Unsere regionalen Tierhalter/innen. Für den Schutz unserer einzigartig schönen Kulturlandschaft sind sie und ihre Schafe, Ziegen, Pferde und Rinder einfach unverzichtbar (Kulturlandschaft entstand und lebt durch menschliche Nutzung). Jedoch geben mehr und mehr Menschen und Betriebe die Kleintierhaltung auf. Die Gründe dafür sind vielfältig. Für uns besteht klarer Handlungsbedarf - wir krempeln die Ärmel hoch und freuen uns auf die herausfordernde Projektarbeit!


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