Offenhaltung Hirschrodaer Graben 2016

Hütebeweidung

Für die Beweidung und Offenhalltung der bedeutenden Trockenlebensräume im Hirschrodaer Graben konnte 2016 eine außergewöhnliche Förderung generiert werden.

Die Pflege der teils steilen und schotterigen und besonders artenreichen Flächen im Naturschutzgebiet Hirschrodaer Graben werden mit einer ca. 300 köpfigen Schaf- und Ziegenherde beweidet. Dank der Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz Sachsen-Anhalt (SUNK) , der Naturschiftung David und der Ingrid und Wilfried Hoppe-Stiftung Naturschutz bekam der Geo-Naturpark Saale-Unstrut-Triasland die Möglichkeit den Schäfer für seine Pflegeleistung zu entlohnen.

Durch die Beweidung und Abschöpfung der Biomasse wird der vom Menschen geprägte, offene und nährstoffarme Lebensraumtyp Kalkmagerrasen erhalten. Daran angepasste Pflanzenarten wie Graslilien, etc  profitieren von der Maßnahme. Verbleibende Strukturen wie Blüten, Stängel oder offene Bodenbereiche werden von Insekten genutzt. Andere Arten, beispielsweise Vögel oder Fledermäuse, nutzen die Flächen mindestens als Nahrungshabitat. Die Beweidung erfolgte nach strengen zeitlichen Vorgaben, um entsprechend den besonderen ökologischen Anforderungen zu handeln. Unter anderem erfolgte die Beweidung auf Teilflächen sehr spät (Oktober), damit spät blühende Pflanzenarten Samenreife erlangen konnten.

Wir bedanken uns bei den Stiftungen für die Unterstützung sowie bei dem Schäfer für seine mühevolle Arbeit!


Hintergrund

2011 starteten die ersten Maßnahmen zur Erhaltung wertvoller Trockenlebensräume im Geo-Naturpark Saale-Unstrut-Triasland. Die vorbereitenden Entbuschungen sollten offene Bereiche zur Erhaltung bestimmter Tier- und Pflanzenarten wiederherstellen.  Die Maßnahmen zur Erhaltung "naturnaher Kalkmagerrasen" (ein Lebensraumtyp des europäischen Natura 2000 Schutzgebietssystems) wurden in drei FFH-Gebieten, darunter im Hirschrodaer Graben, gestartet.

2013 bis 2015 folgte ein weiteres von der EU und dem Land Sachsen-Anhalt gefördertes Projekt zur "Nachpflege bedeutender Trockenlebensräume im Geo-Naturpark Saale-Unstrut-Triasland". Hierbei wurden das Projektgebiet erweitert und Maßnahmen für eine langfristige Offenhaltung ergriffen. Erfolgreich lief hier die Suche und Bindung von Schäfern an die Beweidung der trockenen Magerrasen. Ein Teil der Flächen (und damit verbundenen Pflege) konnte in die Agrarförderkulisse aufgenommen werden.